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Mehr Toleranz im Recruiting mit dem Taledo Filter-Feature

Recruiting ganz ohne Vorurteile? Eine Wunschvorstellung für viele Bewerber, denn Diskriminierung im Bewerbungsprozess ist leider nach wie vor eine Problematik, die es zu bekämpfen gilt. Oftmals passiert ganz unterbewusst eine subjektive Bewertung des Kandidaten, ohne dass sich der Personalverantwortliche wirklich darüber im Klaren ist. Um für mehr Toleranz im Bewerbungsverfahren zu sorgen, gibt es bereits verschiedenste Maßnahmen wie bspw. den Lebenslauf ohne Bewerberfoto und Quoten für Frauen oder Menschen mit einer physischen oder psychischen Beeinträchtigung.

Um den Recruiting-Prozess noch toleranter zu gestalten, haben wir bei Taledo ein neues Filter-Feature entworfen, welches Personalverantwortlichen helfen soll, ihre potentiellen Bewerber ganz ohne Vorurteile auszuwählen. Wie genau das funktioniert? Das verraten wir Ihnen in diesem Blogbeitrag.

Diskriminierung im deutschen Arbeitsmarkt

“Beinahe jeder Dritte hat sich bei der Jobsuche schon einmal aufgrund seines Alters, Geschlechts, Aussehens, Familienstands oder seiner Herkunft benachteiligt gefühlt”, belegt eine repräsentativen Studie des Marktforschungsinstituts EARSandEYES im Jahr 2018. 

Doch wann genau findet eine Diskriminierung im Bewerbungsverfahren statt? Auf Grundlage des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) handelt es sich um eine Benachteiligung, sobald ein Bewerber aus rassistischen Gründen oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität schlechter behandelt wird, als ein Kandidat mit denselben Qualifikationen. Eine Benachteiligung kann bereits bei der Stellenausschreibung stattfinden. Beispiele hierfür sind ein Geschlechter-Bezug in der Ausschreibung oder einen Verweis auf das Alter bzw. eine Bevorzugung älterer Bewerber anhand der Formulierung der Kandidatensuche nach einem “erfahrenen Mitarbeiter”.

Um der Problematik entgegen zu wirken, sind seit Beginn des Jahres 2019 Arbeitgeber dazu verpflichtet, “divers” als weiteren Geschlechtseintrag neben männlich und weiblich als Option aufzuführen. Auch während des Bewerbungsgesprächs dürfen Sie als Personalverantwortlicher keine Fragen stellen, die im Zusammenhang mit den Diskriminierungsmerkmalen stehen. Sollte eine solche Frage im Jobinterview auftauchen, ist es dem Bewerber gestattet zu lügen oder nach Bedarf die Antwort zu verweigern.

Der erste Eindruck entscheidet

Die Gründe für eine Benachteiligung im Bewerbungsverfahren sind oftmals vielfältig. Viele Recruiter bevorzugen Lebensläufe mit einem Bewerberfoto. Auch beim digitalen Bewerbungsprozess, lassen es sich viele Personalverantwortliche nicht nehmen, erst einmal die Online-Präsenz des Bewerbers zu checken. Bei einem Blick auf die Profile der Bewerber auf Business Netzwerken wie LinkedIn oder Xing fällt auch hier das Augenmerk schnell auf das Foto des Kandidaten und beeinflusst unbewusst den Entscheidungsprozess. Sieht der Bewerber seriös aus? Wirkt er wie ein Experte auf seinem Gebiet? Macht der Bewerber einen offenen und kommunikativen Eindruck? Ist die Person eher sportlich gebaut oder etwas korpulenter? Sieht der Kandidat aus als hätte er das nötige Durchsetzungsvermögen? Entspricht der Kandidat gewissen Stereotypen? 

Der erste Eindruck ist oftmals das was zählt! Und dabei dauert es gerade einmal eine Zehntelsekunde, um jemanden einzuschätzen und einen ersten Eindruck zu gewinnen. Eine kurze Zeitspanne, die für den Bewerber oft darüber entscheidet, ob er in die engere Auswahl kommt. Doch nicht nur in Hinblick auf das Aussehen werden Rückschlüsse über die Person gezogen, auch das Alter kann für Personalverantwortliche eine zentrale Rolle bei der Entscheidung spielen. So wird eine junge Bewerberin oftmals mit dem Gedanken an eine potentielle Schwangerschaft assoziiert. Auch ein Migrationshintergrund oder eine bestimmte Weltanschauung oder Religionszugehörigkeit kann für eine subjektive Bewertung des Bewerbers und eine Vernachlässigung seiner Qualifikationen sorgen. 

Die Bedeutung des Bewerberfotos

Um einer Benachteiligung anhand des ersten Eindrucks entgegen zu wirken, setzt man in einigen Länder bereits auf Lebensläufe ohne Bewerberfoto. Seit dem Inkrafttreten des AGG muss der Bewerbung – insbesondere dem CV / Lebenslauf – kein Bewerbungsfoto mehr beigefügt werden. Das Foto ist heutzutage ein freiwilliger Zusatz, aber keine Pflicht. Um Bewerbern klar zu signalisieren, dass Sie den Bewerbungsprozess vorurteilsfrei gestalten möchten, können Sie daher Bewerber bereits in der Ausschreibung auffordern Ihre Bewerbungsunterlagen ohne Bewerberbild einzusenden. 

Leider erwarten hierzulande jedoch immer noch viele Unternehmen ein Foto auf dem Lebenslauf. Fortschrittlicher sind da bereits Länder wie die USA, Großbritannien oder Kanada. In diesen Ländern verhindern bereits Arbeits- und Antidiskriminierungsgesetze, dass Arbeitgeber zu viele persönliche Informationen von ihren Bewerbern verlangen und damit auch dass Unternehmen ein Foto von dem Kandidaten verlangen. In wiederum anderen Ländern wie beispielsweise Australien, Irland, Niederlande und Schweden gibt es keine klar definierten Regeln was das Foto auf dem Lebenslauf betrifft. 

Recruiting mit neuer Perspektive

Auch wenn in Deutschland viele Unternehmen ein Bewerberfoto wünschen um das Gesamtbild abzurunden, ist es als Bewertungskriterium für ein Bewerbungsverfahren doch eher kritisch zu betrachten. Schnell werden Personalverantwortliche durch Angaben wie Name, Geschlecht, Alter oder auch einer Abbildung der Person vom Wesentlichen abgelenkt. Dabei sind die Qualifikationen und Erfahrung eines Bewerbers relevanter, um einen passenden Kandidaten für die vakante Position zu finden. Daher haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, den Recruiting-Prozess toleranter zu gestalten und entsprechend unser neues Taledo Filter-Feature entwickelt. Statt der normalen Ansicht mit Bewerberfoto und vollständigem Namen sowie relevanten Qualifikationen, sehen Personalverantwortliche in der neuen Ansicht nur die Initialen des Bewerbers und kein Bild. Wichtig ist auch der Hinweis, dass das sogenannte unbiased Feature direkt beim einloggen auf der Taledo-Plattform eingeschalten ist. Um den Filter ein- bzw. auszuschalten befindet sich ein Schalter in der oberen rechten Ecke.

“Bewerber sollten auf Grundlage Ihrer Qualifikationen und nicht anhand eines Fotos oder Ihres Geschlechts bewertet werden”, erklärt Melikshah Ünver, CEO und Gründer der Taledo GmbH. “Mit unserem neuen Filter-Feature fällt es Personalverantwortlichen leichter sich auf objektive Bewertungskriterien zu fokussieren und die Kandidaten für die engere Auswahl nicht auf Grundlage von Aussehen, Geschlecht oder Ethnizität zu selektieren.”

Eine Veränderung des Bewerbungs-Verfahrens anhand des Filter-Features zeigt sich vor allen Dingen in einer Verlagerung des Blick-Fokus bei der Kandidatenauswahl. Während bisher ein starker Fokus auf dem Bild lag, welches durch seine Farbigkeit auf der Plattform hervorstach, liegen nun allein die Fähigkeiten des Bewerbers im Vordergrund. Zudem verhindert die Namenskürzung, dass Rückschlüsse auf den ethnischen Hintergrund sowie dessen Religion und Weltanschauung gezogen werden können. Folglich findet keine Assoziation von Namen statt. Des Weiteren kann die erste Selektion vollkommen ohne Geschlechter-Vorurteile vorgenommen werden. Damit bietet das Filter-Feature einen großen Fortschritt im Recruiting-Prozess in Hinblick auf Gleichbehandlung der Bewerber und Verminderung von Diskriminierungspotential.

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