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Arbeiten bei einem Bundesministerium? Stellen Sie sich auf langwierige Bewerbungsprozesse ein!

Ein Job bei einem der Bundesministerien bringt viele Vorteile mit sich wie eine überdurchschnittliche Vergütungen und hohe Jobsicherheit. Doch wenn man eine Position in diesem Sektor anstrebt, sollte man viel Geduld mit sich bringen, die Einstellungsprozesse sind langwierig und oftmals sind die offenen Stellen auch sehr begrenzt. In einer Untersuchung haben wir uns ein wenig detaillierter mit der Thematik auseinandergesetzt und für Sie ermittelt, wie hoch die Anzahl der Neueinstellungen in jedem der 14 Bundesministerien war, wie lange die Einstellungsprozesse jeweils gedauert haben und wie sich Interessierte bewerben können.

Insgesamt gab es im Jahr 2018 in allen Ministerien 957 – außer dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, hier erhielten wir leider keine Antwort – Einstellungen über das ganze Jahr verteilt, was im Durchschnitt etwa zu 73,6 neuen Angestellten pro Behörde führt. Natürlich sind dabei auch entsprechende Differenzierungen untereinander zu berücksichtigen, aber dazu im Folgenden mehr. Im Durchschnitt dauerten die Einstellungsprozesse knapp 5 Monate. Eine schockierend lange Dauer, wenn man bedenkt, welche Kosten bzgl. Rekrutierung und mangelnder Arbeitskraft mit einem offenen Stellengesuch einhergehen. 

Strenge Richtlinien im Verteidigungsminiterium

Das Bundesverteidigungsministerium (BMVg) fällt einem bei der Datenauswertung direkt ins Auge. Gerade einmal drei direkte Neueinstellungen fanden hier im vergangenen Jahr statt. Zeitgleich ist hier auch die Dauer des Einstellungsprozesses mit 6-12 Monaten so hoch wie bei keinem anderen Ministerium. Eine Begründung hierfür lässt sich schnell finden, denn laut Informationen des offiziellen Personal-Portals des BMVg können nur Personen, die zuvor bei der Bundeswehr angestellt waren, eine Position im BMVg innehaben. 

Auf der anderen Seite gibt es auch Bundesministerien, von denen man gar keine Auskunft erhält, wenn die Einstellungszeiten erfragt werden. Laut Angaben fehlt es hier an der Dokumentation. Entsprechend fehlen Angaben von den folgenden Ministerien: Bundesministerium der Finanzen (BMF), Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). 

Welches Ministerium bietet die besten Chancen auf einen Job?

Im kompletten Gegensatz zum BMVg steht das Auswärtige Amt (AA). Hier gab es im Jahr 2018 mit 213 unterschrie-benen Arbeitsverträgen die meisten Neueinstellungen, dicht gefolgt vom Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI) mit 170 neuen Angestellten. Den dritten Rang nimmt das BMAS mit 86 besetzten Stellen ein. Über dem Einstellungs-Durchschnitt von 73,6 neuen Rekrutierungen liegen ansonsten nur noch das BMWi und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) mit entsprechend 79 bzw. 75 neuen Mitarbeitern.

Quelle: Taledo GmbH basierend auf Daten von Frag-den-staat, Download postalische Antworten

Wie sieht es jedoch mit der gesamten Dauer des Einstellungsprozesses aus? Wer ist hier Spitzenreiter? Im Durch-schnitt liegt die kürzeste Einstellungsdauer bei drei Monaten. Führend sind das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), gefolgt von dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und dem AA mit 3,5 Monaten.

 Quelle: Taledo GmbH basierend auf Daten von Frag-den-staat, Download postalische Antworten

Bundesministerien ganz im digitalen Trend

Sie sind nach reiflicher Überlegung zu der Schlussfolgerung gekommen, dass ein Job in einem der Bundesminis-terien genau ideal für Sie ist? Dann wird es nun Zeit für die Bewerbung. Doch wie genau bewirbt man sich für eine entsprechende Position? Klassisch mit Lebenslauf und Motivationsschreiben oder doch eher digital? 

Quelle: Online-Auftritte der jeweiligen Ministerien

Ganz im digitalen Trend kann man sich bei mehr als zwei Dritteln der Bundesministerien über ein ent-sprechendes Online-Portal bewerben. Darunter zählen die folgenden Ministerien: BMVg, BMFSFJ, BMU, BMBF, BMZ, BMWi, BMG AA, sowie das BMVI. Auch beim BMF ist je nach Position teilweise eine Bewerbung via Online Portal möglich. Ganz klassisch um ein postalisches Bewerbungsschreiben oder auch die Zusendung der Dokumente per Mail bitten hingegen das BMJV, BMEL und BMI, während das BMAS ausschließlich E-Mail Bewerbungen akzeptiert. 

Falls Sie noch auf der Suche nach Tipps sind wie sie Ihren Lebenslauf gestalten, dann finden Sie hier fünf Tipps für ein gelungenes CV Layout. Vergessen Sie auch nicht vor der Bewerbung ihre Online Präsenz zu überprüfen.

 

Hinweis: Das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat gab die geforderten Informationen ausschließlich per Briefantwort bekannt. Gerne können wir Ihnen die Quelle auf Anfrage bereitstellen. Genaue Angaben bzgl. der Neueinstellungen der einzelnen Abteilungen erhielten wir von folgenden Behörden. Auf Anfrage können wir Ihnen gerne die Quellen zu senden: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Auswärtiges Amt, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und dem Bundesministerium der Verteidigung.

Die Anfrage beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur blieb trotz Nachfragen und Frist unbeantwortet (Quelle).

 

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