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Berlin: Die Hauptstadt für Ruby on Rails-Entwickler

Software-Entwickler, die in der ersten Jahreshälfte 2019 einen Job suchten und deshalb in den einschlägigen Stellenbörsen recherchierten, konnten einen interessanten Trend ausmachen: In Berlin werden Ruby on Rails-Entwickler händeringend gesucht. Leicht lassen sich mehrere Hundert entsprechender Stellenangebote finden. Aber warum sind die Chancen auf einen entsprechenden Job in der Bundeshauptstadt so viel besser als anderswo?

Ruby on Rails galt 2017 bereits als dem Tode geweiht 

Das auf der Programmiersprache Ruby basierende Framework schien sich vor einigen Jahren bereits überlebt zu haben. Im Sommer 2017 wagte das Fachmagazin “t3n” bereits den Abgesang. Es zitierte hierzu Zed Shaw, der das Buch “Learn Ruby the hard way” geschrieben hat. Der Experte sagte allen “Backend-Königen” den Tod voraus, weil vieles, was früher serverseitig erledigt werden musste, inzwischen im Frontend erledigt werden könne. Ein Anstieg der Popularität von sowohl der Programmiersprache Ruby wie auch dem Framework erscheine ihm als “sehr unwahrscheinlich.” Todgesagte leben bekanntlich länger. Shaw verkannte zwei Prozesse, die für die Trendwende sorgten. Einer hat mit Ruby on Rails selbst zu tun. Einer dreht sich um die deutsche Hauptstadt als Standort.

Von Grund auf neu: Ruby an Rails hat sich gekonnt gewandelt

Ruby an Rails hat etwas geschafft, das Shaw der hinter dem Framework stehenden Community nicht zugetraut hat: Es hat sich fast von Grund auf neu erfunden. Als Web-Framework ist es inzwischen bestens für den Job der Web-App-Entwicklung geeignet. Integriert wurde beispielsweise “Action Cable”, über das sich WebSockets nahtlos mit der restlichen Rails-Applikation verbinden lassen. Die Rails-App gestattet also eine bidirektionale Verbindung zwischen der Web-App und dem Webserver, wobei ein Datentransfer in Echtzeit geleistet werden kann. Action Cable erlaubt es dabei, solche “Connections” zu hierarchisieren und autorisieren. Dies bedeutet, dass manche Verbindungen vorrangig gegenüber anderen behandelt werden können. Zudem kann eine Einstellung vorgenommen werden, die vorsieht, dass jede Connection autorisiert werden muss. Ruby on Rails stellt hierfür einen speziellen Code-Ausschnitt als “Connection Identifier” bereit. Zusätzlich können Kanäle bzw. Channels eingerichtet werden, die bestimmten Connections zugeordnet werden. Channels sind logische Arbeitseinheiten, die bestimmte Aufgaben bzw. Prozesse durchführen sollen. Als Beispiel: Über Action Cable kann beispielsweise ein “ChatChannel” eingerichtet werden. Über eine in dem Framework programmierte App lässt sich auf diese Weise z.B. ein Support-Chat für die Anwendungsnutzer etablieren. Nutzer (Consumers) treten einem Channel durch eine Subscription bei. Dies bedeutet, ihre individuelle Verbindung ist die Subscription. Der zugehörige Code kann beispielsweise folgendermaßen aussehen:

 # app/channels/streaming_channel.rb class StreamingChannel # Called when the consumer has successfully # become a subscriber to this channel. def subscribed end end

ActionCable hat es also möglich gemacht, dass das Funktionsspektrum, das Ruby on Rails bietet, von Grund auf neu verstanden werden musste. Zahllose neue Möglichkeiten standen auf einmal für jeden offen, der als Job mit dem Framework arbeitet. Und damit war es nicht getan. In der 2017 veröffentlichten Version 5.1 wurden beispielsweise Methoden zum Generieren von Web-Formularen eingefügt. Durch die 2018 veröffentlichten Version 5.2 war es möglich, Cloud-Speicher (beispielsweise von Google oder Amazon) nutzbar zu machen. Das kurz vor dem Release stehende Ruby on Rails 6.0 geht noch weiter: Beispielsweise kann künftig die Unterstützung verschiedener Datenbanken eingebunden werden. 

Berlin ist ein gutes Pflaster für Startups

Die neugewonnene Popularität von Ruby on Rails erklärt zwar, weshalb wieder Software-Entwickler gesucht werden. Sie zeigt allerdings nicht auf, weshalb Berlin besonders gut geeignet ist, um einen entsprechenden Job zu finden. Für eine Antwort auf diese Frage ist der Deutsche Startup Monitoreine geeignete Hilfe. Er zeigt auf, dass Berlin die Startup-Hauptstadt schlechthin in der Bundesrepublik ist. 16,8 Prozent aller deutschen Startups werden in der Spree-Metropole gegründet. Berlin ist also generell ein gutes Pflaster für jeden, der im Technologie-Bereich einen Job sucht. Die Startups, die in Berlin ansässig sind, bewegen sich zudem zu fast 50 Prozent im Bereich der digitalen Wirtschaft. Diese profitiert besonders gut von Ruby und dem zugehörigen Framework. Ein entsprechendes Unternehmen schreibt deshalb fast zwangsläufig einen Job für Software-Entwickler mit der passenden Expertise aus. In Zahlen ausgedrückt: 

– 18,1 Prozent der Berliner Startups bewegen sich im Bereich Software as a Service
– 13,8 Prozent sind auf IT/ Software-Entwicklung spezialisiert
– 9,2 Prozent fokussieren sich auf Finanztechnologien 
– 8,2 Prozent sind auf Online-Marktplätze spezialisiert 

Der Deutsche Startup Monitor liefert zusätzlich einen beeindruckenden Befund: In Berlin gibt es deutlich mehr Fintech-Startups als in der deutschen Banken-Hauptstadt Frankfurt. Unternehmen, die aus London vor dem drohenden Brexit fliehen, würden sich überwiegend für die Bundeshauptstadt und nicht die Main-Metropole entscheiden, schildert der Bericht weiter. Der Trend wird sich im Fintech-Bereich deshalb noch verstärken.

 Job als Ruby on Rails Software-Entwickler in Berlin: Die Situation wird sich wohl noch weiter verbessern 
 
An dem generell positiven Klima für High Tech-Startups wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Beispielsweise hat der High-Tech Gründerfonds 2018 bekanntgegeben, seine Präsenz in Berlin weiter auszubauen. Ein neuer Teil-Fonds mit einem Volumen von 310 Millionen Euro wurde hierfür ins Leben gefunden. Die Situation für jeden Ruby on Rails Software-Entwickler, der einen Job in Berlin sucht, wird deshalb mittel- und langfristig sogar noch besser.
 

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