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Juli 20, 2020

Mehr Neutralität auf recruiting mit der Taledo-Filterfunktion

Mehr Neutralität auf recruiting mit der Taledo-Filterfunktion

Recruiting ohne Vorurteile? Ein Wunschdenken vieler Bewerber, denn Diskriminierung im Bewerbungsverfahren ist leider immer noch ein Problem, das es zu bekämpfen gilt. Oft geschieht eine subjektive Bewertung des Bewerbers ganz unbewusst, ohne dass sich der Personalverantwortliche dessen wirklich bewusst ist. Um für weniger Ausnahmen im Bewerbungsverfahren zu sorgen, gibt es bereits eine Reihe von Maßnahmen, wie zum Beispiel: Lebenslauf ohne Bewerberfotos, Gehaltsquoten für Frauen oder Menschen mit einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung.

Um den recruiting Prozess noch unvoreingenommener zu gestalten, haben wir bei Taledo eine neue Filterfunktion entwickelt, die Personalverantwortlichen hilft, ihre potenziellen Bewerber ohne Vorurteile auszuwählen. Wie genau funktioniert das? Das verraten wir Ihnen in diesem Blogbeitrag.

Diskriminierung auf dem deutschen Arbeitsmarkt

"Fast jeder Dritte hat sich bei der Jobsuche schon einmal wegen seines Alters, Geschlechts, Aussehens, Familienstandes oder seiner Herkunft diskriminiert gefühlt", so eine repräsentative Studie des Marktforschungsinstituts EARSandEYES aus dem Jahr 2018.

Filterfunktion ausgeschaltet - Namen sind vollständig und Bilder sind klar

Doch wann genau liegt eine Diskriminierung im Bewerbungsverfahren vor? Nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) liegt eine Diskriminierung vor, sobald ein Bewerber aus Gründen der Rasse, der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität schlechter behandelt wird als ein anderer Bewerber mit gleicher Qualifikation. Eine Diskriminierung kann bereits bei der Stellenausschreibung erfolgen. Beispiele dafür sind ein Hinweis auf das Geschlecht in der Anzeige oder ein Hinweis auf das Alter oder eine Bevorzugung älterer Bewerber aufgrund der Formulierung der Bewerbersuche nach einem "erfahrenen Mitarbeiter".

Um dem entgegenzuwirken, sind Arbeitgeber seit Anfang 2019 verpflichtet, neben der Option "männlich" und "weiblich" auch "divers" als zusätzlichen Geschlechtseintrag anzugeben. Auch während des Vorstellungsgesprächs dürfen Sie als Personalverantwortlicher keine Fragen zu den diskriminierenden Merkmalen stellen. Sollte eine solche Frage während des Vorstellungsgesprächs gestellt werden, darf der Bewerber nach Bedarf lügen oder die Antwort verweigern.

Der erste Eindruck ist entscheidend

Die Gründe für einen Nachteil im Bewerbungsverfahren sind oft vielfältig. Viele Recruiter bevorzugen Lebensläufe mit einem Foto des Bewerbers. Auch im digitalen Bewerbungsprozess lassen es sich viele Recruiter nicht nehmen, zunächst die Online-Präsenz des Bewerbers zu prüfen. Beim Betrachten der Profile von Bewerbern in Business-Netzwerken wie LinkedIn oder Xing fällt der Blick schnell auf das Foto des Kandidaten und beeinflusst unbewusst den Entscheidungsprozess. Sieht der Bewerber seriös aus? Wirkt er wie ein Experte auf seinem Gebiet? Macht der Bewerber einen offenen und kommunikativen Eindruck? Ist die Person eher athletisch gebaut oder etwas korpulenter? Wirkt der Bewerber so, als hätte er das nötige Durchsetzungsvermögen? Entspricht der Bewerber bestimmten Klischees?

Filterfunktion eingeschaltet - Namen werden gekürzt und die Bilder sind unscharf

Der erste Eindruck ist oft der entscheidende! Und es dauert nur eine Zehntelsekunde, um jemanden zu beurteilen und einen ersten Eindruck zu gewinnen. Eine kurze Zeitspanne, die oft für den Bewerber entscheidet, ob er in die engere Wahl kommt. Aber nicht nur das Aussehen lässt Rückschlüsse auf die Person zu, auch das Alter kann für Personalverantwortliche eine wichtige Rolle bei der Entscheidung spielen. Eine junge Bewerberin wird zum Beispiel oft mit dem Gedanken an eine mögliche Schwangerschaft in Verbindung gebracht. Auch ein Migrationshintergrund, bestimmte Weltanschauungen oder Religionszugehörigkeiten können zu einer subjektiven Bewertung des Bewerbers und einer Missachtung seiner Qualifikationen führen.

Die Bedeutung des Fotos des Bewerbers

Um einer Diskriminierung aufgrund des ersten Eindrucks entgegenzuwirken, setzen einige Länder bereits auf Lebensläufe ohne Bewerbungsfoto. Seit Inkrafttreten des AGG muss den Bewerbungsunterlagen - insbesondere dem Lebenslauf - kein Bewerbungsfoto mehr beigefügt werden. Das Foto ist heute eine freiwillige Ergänzung, aber keine Pflicht.

Um den Bewerbern deutlich zu signalisieren, dass Sie das Bewerbungsverfahren unvoreingenommen gestalten wollen, können Sie daher bereits in der Anzeige die Bewerber auffordern, ihre Bewerbungsunterlagen ohne Foto einzureichen.

Leider erwarten viele Unternehmen in Deutschland immer noch ein Foto im Lebenslauf. Länder wie die USA, Großbritannien oder Kanada sind da fortschrittlicher. In diesen Ländern verhindern die Arbeits- und Antidiskriminierungsgesetze bereits, dass Arbeitgeber zu viele persönliche Informationen von ihren Bewerbern verlangen und somit auch, dass Unternehmen ein Foto vom Bewerber verlangen. In anderen Ländern, wie z. B. Australien, Irland, den Niederlanden und Schweden, gibt es keine klar definierten Regeln für das Foto im Lebenslauf.

Recruiting mit einer neuen Perspektive

Auch wenn viele Unternehmen in Deutschland gerne ein Foto des Bewerbers sehen würden, um das Gesamtbild abzurunden, ist es als Bewertungskriterium für ein Bewerbungsverfahren eher kritisch zu sehen. Personalverantwortliche lassen sich durch Informationen wie Name, Geschlecht, Alter oder gar ein Foto der Person schnell vom Wesentlichen ablenken. Vielmehr sind die Qualifikationen und Erfahrungen eines Bewerbers relevant, um einen geeigneten Kandidaten für die zu besetzende Stelle zu finden. 

Deshalb haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, den recruiting Prozess neutraler zu gestalten und haben dafür unsere neue Taledo Filterfunktion entwickelt. Anstelle der normalen Ansicht mit Foto und vollständigem Namen des Bewerbers sowie den relevanten Qualifikationen sehen Recruiter in der neuen Ansicht nur die Initialen des Bewerbers und kein Bild. Wichtig ist auch, dass die sogenannte Unbiased-Funktion direkt bei der Anmeldung auf der Taledo-Plattform aktiviert wird. Um den Filter ein- oder auszuschalten, gibt es einen Button in der oberen rechten Ecke.

"Bewerber sollten anhand ihrer Qualifikationen und nicht anhand eines Fotos oder ihres Geschlechts bewertet werden", erklärt Melikshah Ünver, CEO und Gründer der Taledo GmbH."Mit unserer neuen Filterfunktion ist es für Recruiter einfacher, sich auf objektive Bewertungskriterien zu konzentrieren und Bewerber nicht aufgrund ihres Aussehens, ihres Geschlechts oder ihrer ethnischen Zugehörigkeit in die engere Auswahl zu nehmen."

Eine Veränderung des Bewerbungsprozesses durch die Filterfunktion ist vor allem als eine Verschiebung des Schwerpunkts bei der Bewerberauswahl zu sehen. Während früher ein starker Fokus auf dem Bild lag, das auf der Plattform durch seine Buntheit auffiel. Jetzt stehen nur noch die Fähigkeiten des Bewerbers im Vordergrund. Zudem verhindert die Verkürzung des Namens, dass Rückschlüsse auf den ethnischen Hintergrund sowie die Religion und Weltanschauung des Bewerbers gezogen werden können. Es findet also keine Assoziation von Namen statt. Außerdem kann die Vorauswahl völlig geschlechtsneutral erfolgen. Damit bietet die Filterfunktion einen großen Fortschritt im Prozess recruiting im Hinblick auf die Gleichbehandlung der Bewerber und die Reduzierung des Diskriminierungspotenzials.

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